Eine wahre Geschichte... Hüftdysplasie, Diagnose, Fluch und Personal Training in Köln

HüftdysplasieEine Hüftdysplasie..

für die einen einfach nur eine orthopädische Auffälligkeit. Etwas, dass man auf Röntgenaufnahmen erkennen, beurteilen und bezüglich seiner Auswirkungen einschätzen kann. Etwas, dass man diagnostizieren und in eine Akte schreiben kann.. Etwas, dass man irgendwann, wenn dann eine Arthrose an den Hüftgelenken entsteht, und Schmerzen auftauchen, operieren kann. Für die anderen – die „Betroffenen“, zu denen auch ich gehöre – etwas, dass je nach Ausprägung nicht nur auf einer Röntgenaufnahme sichtbar wird, sondern etwas, dass den Alltag und das soziale Leben beeinflussen kann.

Sportliche Einschränkungen, Defizite im Bereich der Beweglichkeit sowie Schmerzen können genauso auftreten, wie soziale Ausgrenzung – zum Beispiel aufgrund eines außergewöhnlichen Gangbildes in Folge der Hüftfehlstellung und daraus resultierenden, weiteren orthopädischen Besonderheiten. Dann ist eine Hüftdysplasie etwas, das einschränkt, belastet und oftmals einen dicken roten Strich durch die eigentlich vorhandene Unbeschwertheit, Leichtigkeit und Lebensfreude zieht. Menschen, die neben einem herlaufen, und den eigenen Gang imitieren, gehören zum Alltag, und bald hat man sich auch an die immer wiederkehrenden Sprüche gewöhnt – an die oberflächlichen Aussagen, die zeigen, wie wenig manche Menschen nachdenken, bevor sie sprechen:

„Ey, wieso läufst du denn so, wie ein Pinguin?!“ „Weißt du, du watschelst ja schon immer so, wie eine Ente!“ „Dich erkennt man ja auch immer schon am Gang!“ „Sag mal, humpelst du, oder sieht das nur so aus?!“ „Hmm…bist du denn heute irgendwie unmotiviert?! Oder warum gehst du so komisch?“

Ich denke, ich muss nicht extra betonen, was es mit einem machen und was es bewirken kann, wenn man tagtäglich mit derartigen Äußerungen konfrontiert wird.                    Doch, Hüftdysplasie ist auch etwas – und das mag eine erfreuliche Botschaft für die zweitgenannte Personengruppe – also auch für mich selbst – sein, das man in seinen möglichen Auswirkungen gezielt angehen und abmildern kann. Durch Physiotherapie und sportliche Betätigung, zum Beispiel im Rahmen von Personal Training. Durch eine Stärkung der Bauch- und Gesäßmuskulatur wird der Bereich rund um die Hüfte gekräftigt.

Mehr durch Zufall bin ich auf diese sportliche Möglichkeit der positiven Einflussnahme auf mein „orthopädisches Handicap“ gestoßen und mittlerweile sind die Physiotherapie und das Personal Training Elemente geworden, die ich so aus meinem Alltag nicht mehr wegdenken möchte. Der Sport bringt mir ein positives Körpergefühl und vor allem spürbar mehr Stabilität und Beweglichkeit im Bereich der Hüfte. Darüber hinaus bereichert das regelmäßige Training meinen Alltag durch Abwechslung, Spaß und viel Freude und ist auch aus sozialer Sicht gewinnbringend. Insgesamt trägt der Sport dazu bei, dass meine Akzeptanz gegenüber meines Gangbildes und meiner orthopädischen Besonderheit wächst, und ich diese stabiler und selbstbewusster in mein Selbstbild integriere und lockerer und offener damit umgehe, als zuvor.

Aus all diesen Gründen und aufgrund meiner eigenen positiven Erfahrungen mit dem Training und der Physiotherapie, kann ich anderen Betroffenen nur empfehlen, diese Möglichkeit einmal auszuprobieren. Einen Versuch ist es wert und vielleicht eröffnet er neue Blickwinkel und eine ganz neue Sichtweise auf den eigenen Körper, den eigenen Alltag und das eigene Leben… .

verfasst von Nadja P.

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